Zwei WordPress-Plugins geben KI direkten Zugriff auf deine Site, von Inhalten bis hin zu PHP, Datenbank und Dateisystem. Mein erster Testbericht.
Zuerst erschienen auf: https://publishing.blog/wordpress-mit-ki-pflegen/
Ich teste gerade zwei WordPress-Plugins, die schon ziemlich cool sind: Sie geben einer KI direkten Zugriff auf die WordPress-Installation – und zwar nicht nur auf Texte, sondern auf Seitenstrukturen, Datenbanken, Dateisystem und mehr.
Das klingt entweder grossartig oder nach garantiertem Chaos. Vermutlich beides. Hier ist, was ich bisher beobachtet habe.
Meow AI Engine
AI Engine, das Plugin von Meow Apps hatte ich noch rumliegen, weil ich für unsere Coworking-Webseite mal einen AI Bot damit eingerichtet habe. Bei meiner Recherche bin ich darauf gestossen, dass das Plugin auch eine MCP-Verbindung zu Claude einrichten kann. Prima. Probiere ich natürlich gerne.
Was kann es? Im Wesentlichen verbindet es WordPress mit grossen Sprachmodellen – OpenAI, Anthropic Claude, Google Gemini, Mistral, Grok und weitere. Daraus entstehen mehrere Möglichkeiten:
Für den täglichen Redaktionsbetrieb gibt es den AI Copilot direkt im Editor: Schreibvorschläge in Echtzeit, Texte kürzen, umformulieren, weiterschreiben. Das funktioniert sowohl im Gutenberg-Editor als auch als allgemeine Schreibhilfe – und genau da liegt die Stärke des Plugins. Gutenberg und AI Engine sind ein natürliches Paar.
Dazu kommen Chatbot-Funktionen mit Gedächtnis und Sprachausgabe, Bildgenerierung via DALL-E und Stable Diffusion, und – das ist neu und interessant – MCP-Unterstützung. Das bedeutet: Claude, ChatGPT und andere KI-Agenten können über das Plugin auf WordPress zugreifen, Posts verwalten, Medien hochladen, SEO-Audits fahren.
Das Preismodell ist fair: Die Basisversion ist kostenlos. Die Pro-Version kostet 59 Dollar pro Jahr, ohne API-Kosten – die zahlt man separat, und nur was man wirklich nutzt.
Die grosse Einschränkung: AI Engine funktioniert nur mit Gutenberg. Nicht mit Pagebuildern wie Elementor, Bricks oder anderen.
Da ist Novamira ein anderes Kaliber. Wo AI Engine ein nützliches Redaktionswerkzeug ist, ist Novamira ein vollständiger MCP-Server für WordPress – und der Unterschied ist beeindruckend.
Das Plugin gibt KI-Agenten nicht nur Zugriff auf Inhalte, sondern auf praktisch alles: PHP ausführen, Datenbankabfragen machen, Dateien lesen und schreiben, WP-CLI aufrufen. Und wenn man Novamira Pro dazunimmt, kommen Fähigkeiten für über 20 Builder und Plugins dazu – Elementor, Bricks, WPBakery, JetEngine, ACF, Rank Math und mehr.
Konkret heisst das: Eine KI kann in Elementor Seiten aufbauen, JetEngine-Felder anlegen, SEO-Metadaten für alle Posts setzen, Custom Post Types verwalten. Das ist nicht «KI hilft beim Schreiben» – das ist «KI baut deine Website».
Ich teste Novamira Pro zusammen mit Elementor Pro, JetEngine und Rank Math. Die Möglichkeiten sind beeindruckend.
Nehmen wir diesen einfachen Test-Case. Ich habe das Plugin in Wordpress installiert, habe es nach Anleitung mit Claude verbunden und starte nun in Claude Cowork diesen einfachen Post.
Erstelle eine neue Seite mit dem Titel "Test". Gerne im Elementor-Editor. Erstelle einen Flex-Container mit einer Überschrift H1 "Titel", einem lorem ipsum-Textblock und einem Button "More". Darunter ein zweiter Flexcontainer mit der Hintergrundfarbe •#000000. Trage als Keyword in RankMath den Begriff "Test" ein. Und erstelle ein Excerpt und trage es ein.
Das Ergebnis? Novamira setzt die Seite in Elementor wie gewünscht an.

Das Excerpt landet richtig in Wordpress

Das richtige Focus Keyword in RankMath

Novamira kann auf deiner WordPress-Site PHP ausführen. Dateien überschreiben. Datenbanktabellen ändern.
Das ist toll und praktisch, aber natürlich auch saugefährlich. Und ich sage das nicht, um Angst zu machen, sondern weil es bedeutet: Wenn etwas schiefgeht, kann es wirklich schiefgehen.
Meine klare Empfehlung: Fang lokal an.
WordPress Studio (von Automattic, kostenlos) ist dafür ideal. Es läuft direkt auf dem Mac, startet in Sekunden, und wenn eine KI etwas Unerwartetes tut, ist nichts Produktives betroffen.
Wenn du direkt auf einer Live-Site arbeiten willst – und das geht durchaus, Novamira ist auch dort nutzbar – dann bitte zuerst ein vollständiges Backup. Kein Plugin-Backup, kein «ich sichere mal die Datenbank». Ein komplettes Backup: Datenbank und Dateisystem.
UpdraftPlus, BackWPup, Jetpack Backup – such dir etwas aus, aber mach es, bevor du anfängst.
AI Engine ist in dieser Hinsicht deutlich entspannter. Es kann Inhalte ändern, aber keine Systemdateien überschreiben. Trotzdem: auch hier gilt – wissen, was man tut.
Beide Plugins tun, was sie versprechen. Aber sie tun es sehr unterschiedlich.
AI Engine ist für alle, die KI in den Redaktionsalltag integrieren wollen – zum Schreiben, Überarbeiten, Bilder generieren, Chatbots bauen. Gutenberg-Nutzer werden sich sofort zuhause fühlen. Der Einstieg ist niederschwellig, die Kosten überschaubar.
Novamira Pro ist für alle, die ihrer KI erlauben wollen, die Site tatsächlich zu bauen. Nicht nur Texte einfügen, sondern Elementor-Seiten strukturieren, Felder anlegen, SEO durchkonfigurieren. Das Potenzial ist enorm – und die Verantwortung auch.
Ich stecke noch mitten in den Tests. Mehr dazu in einem der nächsten Beiträge, wenn ich weiss, wie weit man Novamira wirklich vertrauen kann und wo die Grenzen des Sinnvollen liegen.
Beide Plugins laufen bei mir auf Testsites. Aussagen zu Funktionsumfang und Verhalten beziehen sich auf den Stand vom Juni 2026.